Das Einhorn der Meere

Hallo, liebe Delfin-Freunde, hier ist wieder euer FINN!

FINN schaut sich ein Einhorn an. (Foto: Susanne Gugeler/Wikipedia)
FINN schaut sich ein Einhorn an.
(Foto: Susanne Gugeler/Wikipedia)

Vor ein paar Wochen ist ein regelrechtes Einhorn-Fieber ausgebrochen. Vor allem Kinder lieben das Fantasietier. Bestimmt kennt auch ihr das pferdeähnliche Wesen aus Geschichten oder aus der Werbung für Süßigkeiten.

Habt ihr jedoch gewusst, dass es im Meer auch Einhörner gibt? Na ja, eigentlich heißt das Tier, das dort lebt, nicht Einhorn, sondern Narwal, aber dafür ist dieser echt und lebendig.

Schaut euch mal den folgenden Steckbrief an, dann erfahrt ihr mehr über den Meeressäuger mit dem langen Horn (das eigentlich ein Zahn ist).

Steckbrief

Größe: 4,0 bis 5,30 Meter
Gewicht: 1.000 bis 1.600 Kilogramm
Nahrung: Fische (Heilbutt, Hering, Lachs), Tintenfische und Krebstiere
Vorkommen: am Nordpol
Bestand: 20.000 bis 35.000 Tiere

Narwale werden auch Einhörner der Meere genannt. (Illustration: Jörg Mazur)
Narwale werden auch Einhörner der Meere genannt.
(Illustration: Jörg Mazur)

Besonderheiten:

  • Der Narwal hat einen kleinen Kopf.
  • Seine Rückenflosse (Finne) ist durch eine buckelartige Aufwölbung auf der Rückenlinie ersetzt.
  • Die Hinterkante der Schwanzflosse (Fluke) ist, im Gegensatz zu anderen Walen, nach außen gewölbt.
  • Bei dem berühmten, sagenumwobenen Stoßzahn handelt es sich um den vordersten linken Zahn im Oberkiefer (man sieht ihn überwiegend bei Männchen), der nach vorne durch die Oberlippe hindurch wächst. Er ist immer linksspiralig gewunden und wird durchschnittlich zwei Meter lang.
  • Höchstwahrscheinlich führen Narwale Rangkämpfe mit ihren Stoßzähnen aus, ähnlich wie Hirsche mit ihrem Geweih. Wahrscheinlich können sie mit dem langen Zahn aber auch „messen“, wie hoch der Salzgehalt oder die Temperatur im Wasser ist, und dann entscheiden, ob sie in eine andere Region schwimmen. Auf diese Eigenschaft deuten Nerven hin, welche Forscher im Walzahn gefunden haben.

Narwal mit langem Zahn (Foto: Rüdiger Hengl/Münster)
Narwal mit langem Zahn
(Foto: Rüdiger Hengl/LWL, Münster)

  • Erwachsene Tiere sind meist hellgrau marmoriert mit dunklen Flecken. Die Bauchseite ist weiß.

Gefährdung:

  • Narwale werden von den Inuit (das sind Menschen, die am Nordpol leben) hauptsächlich wegen ihrer Stoßzähne und ihrer Haut gejagt.
  • Wenn sich die Temperaturen auf der Welt weiter erwärmen, schmilzt das Eis am Nordpol. Dann können bestimmte Fische und Krebstiere nicht mehr überleben. Für den Narwal bedeutet dies, dass er weniger Nahrung zur Verfügung hat und hungern muss.
  • Die Meere werden durch viele chemische Stoffe vergiftet. Das schadet auch dem Narwal.

Vielleicht findet ihr jetzt das Einhorn der Meere genauso interessant wie ich. Das wäre schön.

Demnächst stelle ich euch einen anderen Meeressäuger (so heißen die Tiere, die im Ozean leben und zum Luftatmen an die Wasseroberfläche kommen) vor. Bis dahin wünsche ich euch eine schöne Vorweihnachtszeit!
Euer FINN
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