FINN und der Walfang

Hallo liebe Delfin-Freunde, hier ist wieder euer FINN!

Walfang der Inuit
(Foto: Rüdiger Hengl)

Vor Kurzem haben 89 Länder über Wale diskutiert. Sie trafen sich dafür in Brasilien bei der IWC-Tagung. IWC bedeutet: Internationale Walfang-Kommission (in Englisch: International Whaling Commission). In einer Kommission kommen Fachleute zusammen und sprechen über ein Thema.

Wale sollen geschützt werden

Wale sollen in Zukunft noch mehr unter Schutz gestellt werden. Zwar gibt es seit 1986 ein Walfang-Verbot, doch Länder wie Japan, Norwegen und Island halten sich nicht daran und töten jedes Jahr viele Meeressäuger. Leider kann die IWC nichts dagegen machen, sondern nur immer wieder an die Länder appellieren, sich auch an das Walfang-Verbot zu halten.

Aber die Wale werden nicht nur gejagt, sondern sie sind noch weiteren Gefahren ausgesetzt. Sie leiden unter dem vielen Plastikmüll in den Meeren, der oft in ihren Mägen landet. Sie werden von großen Schiffen angefahren. Sie verfangen sich in herrenlos treibenden Fischernetzen und ersticken darin. Sie hören nicht mehr so gut, weil der Lärm unter Wasser immer mehr zunimmt.

Manche Völker dürfen Wale jagen

Das von der IWC ausgesprochene Walfang-Verbot gilt nicht für alle Völker.

Bestimmte Volksgruppen dürfen Wale töten, wenn sie das Fleisch nur für ihren eigenen Gebrauch verwenden und nicht ins Ausland verkaufen. Betroffen sind vor allem die Ureinwohner der Arktis (des Nordpols) in Alaska, Grönland und Russland. In den Gebieten, in denen diese Menschen leben, gibt es nicht so viel zu kaufen wie bei uns. Sie sind auf den Walfang angewiesen.

Ein Sprichwort der Grönländer lautet: „Wenn du in der Arktis überleben willst, brauchst du Nahrung aus der Arktis.“

Walfang-Quoten

Die IWC legt immer für einen Zeitraum von ein paar Jahren fest, wie viele Wale für den Eigenbedarf gefangen werden dürfen. Das nennt man Walfang-Quote. Für die Grönlandwale gilt seit langem eine sehr geringe Walfang-Quote. In den Jahren 2015 bis 2018 durften jeweils nur zwei Tiere von Ureinwohnern getötet werden.

Informationen im Zoo

Im Gelsenkirchener Zoo ZOOM ist in der Alaska-Abteilung ein Informationsschild aufgestellt. Es erklärt den sogenannten „indigenen Walfang“, also den Walfang der Ureinwohner.

Man kann auf dem Schild lesen, dass seit Jahrtausenden Männer jeden Sommer an die Küste, ziehen, um Grönlandwale zu jagen. Diese Tiere werden bis zu 18 Meter lang und 80 Tonnen schwer.

Waljagd bei den Inuit
(Foto: Rüdiger Hengl)

Sechs bis acht Männer passen in ein Walfang-Boot. Von dort aus harpunieren sie die Grönlandwale. Vorher müssen sie die Tiere jedoch erst finden. Da Wasser gut schall leitet, hören die Jäger die Rufe der Meeressäuger schon von Weitem. Doch da die Wale auch gut hören, müssen die Jäger ganz leise sein, wenn sie sich in ihrer Nähe befinden. So ein Kampf gegen den Wal dauert oft sehr lange.

Grönländer jagen anders als große Nationen

Die Grönländer töten jedoch nur so viele Wale, wie sie zum Verzehr brauchen.

Vor langer Zeit haben viele Walfänger auf der ganzen Welt Jagd auf Wale gemacht. Sie fuhren nicht mit so kleinen Booten wie die Grönländer los, sondern mit riesigen Schiffen. Sie harpunierten alle Wale, die ihnen begegneten und brachten somit die Wale fast zum Aussterben.

Das hat sich zum Glück geändert, nur noch wenige Länder töten Wale (siehe oben).

Am besten ist immer noch die Jagd auf Wale mit dem Fotoapparat. Oder was meint ihr?

Bis zum nächsten Mal
euer FINN
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